Bereits zur Jungsteinzeit, dem Neolithikum
(9.500 bis 3.300 v. Chr.), war Niendorf besiedelt –
davon zeugen noch heute zwei Großsteingräber
mit Dolmen in der näheren Umgebung des
Schlosses: Aus der Bronzezeit stammen die Hügelgräber am Dornbusch und im Bastorfer
Holm.
Im ersten Viertel 13. Jahrhunderts begann
die Landnahme durch deutsche Siedler, der Ort
„Nypendorp“ wurde erstmals 1318 erwähnt.
Das Hohen Niendorf wie wir es heute kennen,
war zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges (1618
bis 1648) Herrensitz der Familie von Bülow. 1761
erwarb Oberjägermeister Gottlieb Heinrich von
Brand das Gut. Als er neun Jahre später verstarb,
begann die tragische Geschichte von
Hohen Niendorf: In den nächsten 100 Jahren
wechselte es häufig die Besitzer.
1864 ließ Friedrich
Bobsien auf dem Anwesen ein Herrenhaus
im neogotischen Stil errichten. 1900 kaufte
Landrat Helmuth von Oertzen-Roggow Niendorf
für seine Tochter Eleonore – als Mitgift für
ihre Hochzeit mit dem späteren Grafen Hans
Wichard von Wilamowitz-Möllendorff, der es
1912 in ein Jagdschloss umbaute. 1945 wurde die Familie Wilamowitz-Moellendorf
1945 vertrieben und Umsiedler bewohnten das Jagdschloss.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs änderten
sich wiederum die Besitzverhältnisse: Hohen
Niendorf war das erste Gut der sowjetischen Besatzungszone, das im Zug der Bodenreform aufgesiedelt
wurde: „Junkerland in Bauernhand“
hieß die Parole. In den 1970er Jahren musste es
dann als Bezirksgewerkschaftsschule herhalten. In den Jahren von 1990 bis 2009 verfielen das Jagdschloss und die Parkanlage.
Erst in den Jahren 2009 und 2010 erfolgte eine Sanierung durch den Architekten Nicolaus Wöhlk, Kühlungsborn.